Ratgeber
Wie ein Geschwindigkeitstest funktioniert
Was tatsächlich gemessen wird, und warum das Ergebnis bei jeder Messung anders ausfällt.
Was gemessen wird
Ein Geschwindigkeitstest überträgt Datenblöcke zwischen Ihrem Browser und einem Messpunkt und rechnet aus der benötigten Zeit eine Rate aus. Er misst also nicht Ihren Anschluss, sondern den Weg zwischen Ihrem Gerät und diesem einen Punkt zu diesem einen Zeitpunkt.
Das ist keine Schwäche des Verfahrens, sondern seine Definition. Jede Zahl aus einem Geschwindigkeitstest ist eine Aussage über eine Strecke, nicht über eine Leitung.
Die vier Zahlen
| Wert | Was er misst | Wann er zählt |
|---|---|---|
| Download | Rate zu Ihnen hin | Surfen, Video, Herunterladen |
| Upload | Rate von Ihnen weg | Videotelefonie, Sicherungen, Veröffentlichen |
| Latenz | Zeit für Hin- und Rückweg | Spiele, Gespräche, Reaktionsgefühl |
| Jitter | Schwankung der Latenz | Tonaussetzer, Ruckeln im Bild |
Die Downloadrate wird in Verträgen beworben und ist deshalb die bekannteste Zahl. Für die gefühlte Qualität eines Gesprächs oder eines Spiels sind Latenz und Jitter jedoch aussagekräftiger — eine schnelle Leitung mit hohem Jitter fühlt sich schlechter an als eine langsamere mit stabiler Verzögerung.
Warum das Ergebnis schwankt
- WLAN statt Kabel: Die Funkstrecke ist fast immer der Engpass, nicht die Leitung.
- Andere Geräte im Netz: Ein laufendes Update im Hintergrund verändert das Ergebnis deutlich.
- Auslastung des Geräts: Der Test braucht Rechenzeit; ein ausgelastetes Gerät misst zu niedrig.
- Tageszeit: Zugangsnetze sind zu den Hauptzeiten stärker belegt.
- Weg zum Messpunkt: Ein weiter oder überlasteter Pfad senkt die Rate, ohne dass Ihr Anschluss betroffen wäre.
Richtig messen
Wer ein belastbares Bild will, misst über Kabel statt WLAN, beendet laufende Downloads und Streams, schließt nicht benötigte Anwendungen und wiederholt die Messung zu verschiedenen Tageszeiten. Eine einzelne Messung ist ein Datenpunkt, keine Diagnose.
Bleibt das Ergebnis über mehrere Messungen und mehrere Tage deutlich unter dem vereinbarten Wert, ist das ein brauchbarer Ausgangspunkt für eine Reklamation. Eine einzelne niedrige Messung über WLAN ist es nicht.
Was ein Test nicht beweist
Er beweist nicht, dass Ihr Anbieter drosselt. Er beweist nicht, dass eine bestimmte Anwendung langsam ist, weil die Leitung langsam ist. Und er sagt nichts über die Qualität von Strecken zu anderen Zielen aus: Ein Dienst kann trotz guter Messwerte träge sein, wenn der Weg dorthin überlastet ist.
Häufige Fragen
Warum ist mein Ergebnis niedriger als mein Tarif?
Meist wegen WLAN, paralleler Nutzung im Haushalt oder Auslastung des Geräts. Messen Sie über Kabel und zu verschiedenen Tageszeiten, bevor Sie von einem Problem beim Anbieter ausgehen.
Was ist ein guter Jitter-Wert?
Werte im einstelligen Millisekundenbereich sind unauffällig. Zweistellige Werte machen sich in Gesprächen und Spielen bemerkbar, auch wenn die Bandbreite hoch ist.
Warum unterscheiden sich zwei Testseiten?
Weil sie gegen unterschiedliche Messpunkte messen. Beide Ergebnisse können stimmen und beschreiben verschiedene Strecken.
Misst der Test meinen Anschluss oder mein WLAN?
Über WLAN misst er beides zusammen, und die Funkstrecke ist meist der schwächere Teil. Für eine Aussage über den Anschluss messen Sie über Kabel.
Werden meine Ergebnisse gespeichert?
Nur in Ihrem eigenen Browser, wenn Sie den Verlauf nutzen. Es werden vier Messwerte und ein Zeitpunkt abgelegt, nie Ihre Adresse oder Ihr Standort.